Holzbrett

Die Geschichte

Gut Dietlhofen kann auf eine sehr lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Urkundlich erwähnt wird der Name erstmals im Jahr 1160, jedoch gibt es aufgrund von Gräberfunden unweit des Hofes Hinweise auf eine Besiedelung bereits in frühchristlicher Zeit. Die Via Raetia, eine alte Römerstraße, führte ganz nah am Gelände des heutigen Guts vorbei.

Über die Jahrhunderte wechselte Gut Dietlhofen wiederholt den Besitzer, immer wieder wurde es von Klostergemeinschaften bewirtschaftet. Im 14. Jahrhundert fanden hier feierliche Gerichtsverhandlungen statt, sehr ungewöhnlich für einen Einödhof. Das Gutshaus wurde wohl um 1693 in seiner ersten Form erbaut. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war Gut Dietlhofen weithin bekannt für seine großen Viehmärkte, zu denen Bauern und Händler aus der ganzen Gegend anreisten.

1933 wurde der Hof von Ursula und Hans-Karl von Mangoldt erworben, die hier Zuflucht vor dem nationalsozialistischen Regime fanden. Ursula von Mangoldt war die Nichte Walther Rathenaus, des 1922 ermordeten jüdischen Reichsaußenministers. Bis ins hohe Alter pflegte sie Kontakte zu weltbekannten Künstlern, Wissenschaftlern, Geistlichen und Politikern, von denen sie viele auf Gut Dietlhofen willkommen hieß.

Nach dem Tod Hans-Karl von Mangoldts wurde Gut Dietlhofen im Jahr 1973 von Alfred Wenig erworben. Er war ein Forschergeist, der sich bereits in den 1970er Jahren der biologischen Landwirtschaft zuwandte – in einer Zeit also, in der naturnahe Bewirtschaftung, Verzicht auf Kunstdünger und Pestizide etc. noch auf viel Spott und Unverständnis trafen. Mitte der 1980er Jahre stellte Alfred Wenig wegen der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl die Bewirtschaftung ein, die Landwirtschaft ruhte bis zu seinem Tod. Dennoch wurde der Bestand immer sorgsam gepflegt. Aufwendige Schutzmaßnahmen für alte Bäume und Biotope und die Pflanzung von Mischhecken und Alleen haben Gut Dietlhofen zu einem idyllischen Fleckchen Erde mit großem Tier- und Pflanzenreichtum gemacht.

Alfred Wenig verstarb im Jahr 2009, als Erbin von Gut Dietlhofen setzte er seine Stiftung, die „Golden Kreuz Mission“, ein, die später in „Nehemiah Gateway Services gGmbH“ umbenannt wurde. Von ihr erwarb Peter Maffay das Gut im Herbst 2015.